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Usability in der Medizintechnik: Von der regulatorischen Pflicht zur Chance für bessere Produkte

  • Arena-Vortrag
  • 11. November
  • 14:55 - 15:15 PM (MEZ)
  • Foyer C.2
  • beendet
  • Matthias Reisemann

    • Spiegel Institut Mannheim GmbH
  •  Jana Schöppe

    Jana Schöppe

    • Benkana Interfaces GmbH & Co. KG

Inhalt

Medizinprodukte sind technische Systeme mit besonderer Verantwortung: Ihre Sicherheit und Gebrauchstauglichkeit haben unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit von Anwendern und Patienten. Entsprechend unterliegen sie besonderen regulatorischen Vorgaben – etwa der Norm IEC 62366-1, die den Prozess des Usability Engineerings beschreibt.

Ein zentrales Prinzip dabei ist der Perspektivwechsel: Fehler werden nicht länger beim „unaufmerksamen“ oder „untrainierten“ Nutzer gesucht. Stattdessen liegt die Verantwortung bei den Herstellern, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie auch unter realen Bedingungen sicher und intuitiv bedient werden können. Der nach IEC 62366-1 definierte Usability-Engineering-Prozess bietet dafür ein strukturiertes Vorgehen: Er fordert die systematische Identifikation, Bewertung und Reduktion von Nutzungsfehlern sowie deren nachvollziehbare Dokumentation.

Matthias Reisemann und Jana Schöppe zeigen, wie dieser Prozess in der Praxis umgesetzt wird und welche Dokumente dabei entstehen. Zudem wird erläutert, worin sich „Medical Usability Engineering“ von UX in anderen Branchen unterscheidet – und warum die Einhaltung der IEC 62366-1 nicht nur eine regulatorische Pflicht, sondern zugleich eine Chance ist, sicherere, verständlichere und erfolgreichere Medizinprodukte zu entwickeln.

Referent:innen

Matthias Reisemann

  • Spiegel Institut Mannheim GmbH
Biografie

Matthias Reisemann arbeitet seit 26 Jahren im Bereich Mensch-Maschinen-Schnittstelle für technische Systeme, Produkte und Services. Angefangen hat er mit Projektleitung in Sachen User Research, Requirements Engineering und Usability Evaluierung bis hin zu Team-, Abteilungs- und Geschäftsführung im Spiegel Institut. Heute liegt sein Interesse in Forschung und Entwicklung, sowie der Beratung von Organisationen zur Integration der Kunden- und Nutzerperspektive in den organisationseigenen Produktentwicklungsprozess. Interessant und sinnhaft ist insbesondere das Usability Engineering im Bereich Medizinprodukte. Sein privates Interesse erstreckt sich auf die Entwicklung von UX-Schulungen und Trainings. Er ist im Vorstand des UXQB, verantwortlicher Editor des Grundlagen-Lehrplanes CPUX-F sowie Lehrbeauftragter an der HS Aalen.

 Jana Schöppe

Jana Schöppe

  • Benkana Interfaces GmbH & Co. KG
Biografie

Jana Schöppe ist Psychologin mit Schwerpunkt auf der Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Nach ihrem Studium in Groningen und Dresden sammelte sie Erfahrung im Bereich UX und User Research in der Automobilbranche und im E-Commerce. Heute arbeitet sie als Usability Engineer bei Benkana Interfaces und begleitet die nutzerzentrierte Entwicklung von Medizinprodukten – mit besonderem Fokus auf die Schnittstellen zwischen guter Usability und regulatorischen Anforderungen.